Ein luftig-leichter Sommerabend

Fotos: Bühne Baden; Stenzel

„Der Graf von Luxemburg“ in der Arena Baden

 

In der frisch renovierten Sommerarena der Bühne Baden hat am Freitagabend „Der Graf von Luxemburg“ Premiere. Eine spritzig-leichte Salonoperette von Operettengroßmeister Franz Lehár, der in Baden lebte und vor 75 Jahren starb. Lehar selbst hat dieses Werk seinerzeit als "Schmarrn" an der "gar nichts dran" sei, bezeichnet - sei es aus Koketterie oder Selbstkritik. Dabei ist das Stück von der Handlung her durchaus unterhaltend: Eine junge Sängerin lässt sich auf eine befristete Scheinheirat ein, um aristokratische Weihen zu erlangen, ein verarmter Adeliger tut desgleichen, um seinen Kontostand aufzufüllen. Turbulente Verwechslungen sind vorprogrammiert…

Die Inszenierung von Thomas Smolej fand sichtlich Gefallen beim Premierenpublikum, auch wenn seine Handschrift beim Bühnenbild nach eigener Aussage „weniger ist mehr“ lautete. Sehr reduziert wäre eine vornehme Umschreibung. Ganz anders die üppigen Kostüme von Friederike Friedrich nach Inspiration von Lithografien des französischen Impressionisten Toulouse-Lautrec.

In den Hauptrollen glänzten stimmlich Sieglinde Feldhofer als Angéle, Iurie Ciobanu als Graf von Luxemburg und Claudia Goebl als Juliette. Eine Bereicherung Marika Lichter als Gräfin Stasa Kokozowa. Marius Burkert leitet mit Schwung das Orchester der Bühne Baden, die hauseigene Balletttruppe zeigt famos was auf einer so kleinen Bühne möglich ist und auch der Chor schwingt mit der Inszenierung gekonnt mit. Ein luftig-leichter, musikalischer Sommerabend in Baden.

 

Michael Stenzel

 


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